Liebe Bürgerinnen und Bürger,
die Gemeinde Brodersby-Goltoft und die Interessengemeinschaft stehen seit Beginn der Fährproblematik im engen Austausch mit der Landesregierung. Unser gemeinsames Ziel war und ist es, eine tragfähige und langfristige Lösung für die Fährverbindung Missunde zu erreichen.
Wer die Entwicklung der vergangenen Jahre verfolgt hat, weiß, dass wir uns kontinuierlich und mit großem Engagement für dieses Ziel einsetzen. Wir haben einen Aktionstag organisiert, Bürgerinnen und Bürger angehört, Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern geführt und in jeder Gemeindevertretersitzung transparent über den aktuellen Stand berichtet. Darüber hinaus befinden wir uns fortlaufend im Austausch mit dem Land Schleswig-Holstein und bringen unsere Vorstellungen und Ideen aktiv in die Gespräche ein.
Mit klaren Positionen und konkreten Vorschlägen haben wir immer wieder versucht, das Beste für unsere Region herauszuholen. Dabei ging und geht es uns nicht um Aufmerksamkeit oder öffentliche Inszenierung, sondern um die Entwicklung einer realistischen und dauerhaft tragfähigen Lösung für die Menschen vor Ort.
Gerade jetzt befinden wir uns in einer sensiblen Phase der Gespräche mit dem Land. Umso wichtiger ist es, dass konkrete und umsetzbare Vorschläge auf den Tisch kommen. Forderungen allein reichen nicht aus. Jede mögliche Lösung muss rechtlich, technisch, organisatorisch und finanziell tragfähig sein. So wird beispielsweise immer wieder die Idee einer „Bürgerfähre“ ins Spiel gebracht. Doch eine solche Lösung wirft zahlreiche Fragen auf:
Gibt es überhaupt die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen?
Wer trägt die Verantwortung für den Betrieb?
Wie soll eine solche Fähre finanziert werden?
Welche Auswirkungen hätte dies langfristig auf die Gemeinden und die Region?
Auch mit diesen Fragen beschäftigen wir uns bereits intensiv und lassen entsprechende Möglichkeiten prüfen. Unser Anspruch ist es, nicht nur Forderungen zu formulieren, sondern belastbare Lösungen zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund stellt sich für viele die Frage, warum gerade jetzt eine Demonstration organisiert wird. Die Sorgen der Menschen um die Zukunft der Fährverbindung sind nachvollziehbar und verdienen Aufmerksamkeit. Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass seit Jahren intensive Gespräche geführt und konkrete Arbeit geleistet wird. Eine Lösung wird nicht durch plakative Forderungen oder symbolische Aktionen entstehen, sondern durch konstruktive Verhandlungen, fachliche Arbeit und tragfähige Konzepte. Umso mehr irritiert es, dass einige Personen nun versuchen, das Thema an sich zu ziehen, ohne die bisherigen Entwicklungen ausreichend zu kennen, die geleistete Arbeit der vergangenen Jahre zu berücksichtigen oder sich mit den tatsächlichen Herausforderungen der Situation auseinanderzusetzen.
Dabei stellt sich auch die Frage, warum die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort nicht gesucht wurde und wo das Engagement in den vergangenen Jahren war, als die Gemeinde, die Interessengemeinschaft und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger bereits intensiv an diesem Thema gearbeitet haben.
Besonders kritisch sehe ich, dass die öffentliche Diskussion inzwischen zunehmend in die sozialen Netzwerke verlagert wird. Dort werden nicht nur Positionen der Gemeinde kritisiert, sondern auch meine Person sowie die Arbeit der Gemeindevertretung und der Interessengemeinschaft angegriffen. Teilweise werden dabei Vorwürfe erhoben, die von mangelnder Kompetenz bis hin zu demokratiefeindlichem Verhalten reichen. Diese Vorwürfe weise ich entschieden zurück.
Die Distanzierung der Gemeinde von einer Veranstaltung und den dahinterstehenden Akteuren ist keine Ablehnung demokratischer Meinungsäußerung. Im Gegenteil: Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen. Demokratie bedeutet aber ebenso, dass man sich von Personen, Positionen und Vorgehensweisen abgrenzen darf, die man für den falschen Weg hält. Besonders bedauerlich ist, dass einzelne Akteure derzeit offenbar gezielt Diskussionen anheizen, indem sie zahlreiche Beiträge der vergangenen Jahre kommentieren und dabei persönliche Angriffe statt sachlicher Argumente in den Vordergrund stellen. Dies trägt aus meiner Sicht nicht dazu bei, Lösungen für die Menschen in unserer Region zu entwickeln. Die Zukunft der Fährverbindung Missunde ist zu wichtig, um sie für persönliche oder politische Interessen zu instrumentalisieren. Die Menschen in unserer Region verdienen eine ernsthafte und sachliche Auseinandersetzung mit ihren Anliegen. Sie verdienen Lösungen, keine Schlagzeilen.
Gleichzeitig erfahre ich täglich viel Zuspruch von Bürgerinnen und Bürgern, die die Arbeit der Gemeindevertretung, der Interessengemeinschaft und der vielen engagierten Menschen vor Ort wertschätzen. Dafür bin ich dankbar. Dieses Vertrauen zeigt mir, dass viele Menschen den Weg der sachlichen Auseinandersetzung und der konstruktiven Zusammenarbeit weiterhin unterstützen. Ich bleibe daher bei meiner Überzeugung, dass die aktuellen Herausforderungen nicht durch persönliche Angriffe, lautstarke Vorwürfe oder einfache Parolen gelöst werden können. Sie werden nur durch eine ernsthafte Beschäftigung mit den tatsächlichen Problemen, durch fachliche Arbeit und durch einen respektvollen Dialog mit allen Beteiligten bewältigt werden können. Die Art und Weise, wie aktuell teilweise in den sozialen Netzwerken agiert wird, bestärkt mich deshalb in der Einschätzung, dass die Gemeinde gut beraten ist, weiterhin Abstand zu dieser Demonstration und den dahinterstehenden Akteuren zu halten.
Unser Fokus bleibt unverändert auf der Sache selbst: einer verlässlichen, zukunftsfähigen und dauerhaft tragfähigen Lösung für die Fährverbindung Missunde – im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger unserer Region.
Ihr Joschka Buhmann
Bürgermeister der Gemeinde Brodersby-Goltoft